Semesterrückblick

Unser Wintersemester 2019/20

„Diese Spontaneität, einfach mal die Gitarre in die Hand zu nehmen und ein bisschen Lobpreis zu machen, das hat man später nicht mehr so. Ich finde das schön, dass man das bei euch noch so erlebt!“

Dieser Satz hat mir nach dem Gebetsfrühstück, das wir im Rahmen der Allianzgebetswoche angeboten haben, gezeigt: Im Spenerhaus können ganz unterschiedliche Menschen aus Mainz zusammenkommen und dennoch christliche Gemeinschaft erfahren, sie genießen und sich wohlfühlen. Wenn man sich das vor Augen führt, ist das ein riesiges Geschenk: Menschen aus ganz verschiedenen Kontexten kommen zusammen und sind trotz allem tief miteinander verbunden – durch Jesus Christus. Für mich wurde das in der Allianzgebetswoche, die passenderweise unter dem Motto „Wo gehöre ich hin?“ stand, spürbar und ich blicke mit Dankbarkeit darauf zurück.

Aber nicht nur in der Allianzgebetswoche durften wir als Spenerhaus Teil eines größeren Ganzen sein, sondern auch direkt bei uns in der gemeindlichen „Heimat“: das Spenerhaus hat im letzten Jahr die KiTa der Paulusgemeinde bei der St. Martinsfeier für die Kinder unterstützt und das Lagerfeuer betreut. Außerdem hatten wir mit unserem diesjährigen Gemeindeeinsatz in der Paulusgemeinde quasi ein „Heimspiel“. Viel Musik begleitete den Gottesdienst und mich persönlich erfreut und fasziniert es zu sehen, wie wir im Spenerhaus als Einheit fungieren.

Wir haben ein gemeinsames Anliegen – Jesus Christus in die Welt zu verkündigen – und das eint uns über Streitigkeiten, verschiedene Ansichten hinaus und lässt uns geschlossen auf ein Ziel zugehen. Wie zum Beispiel auch bei unserem Nikolausball; etwas, das wir so noch nie ausprobiert haben, aber überwältigend gut wurde . (Bericht dazu im aktuellen Freundesbrief)

Wie Christus in der Welt, in unserer Gesellschaft verkündigt und verherrlicht werden kann war auch Thema für unsere Spenerabende: „Kirche und Kultur“. Dieses vielfältige Thema haben wir unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet: Welche kulturprägende Kraft hatte das frühe Christentum im römischen Reich? Brauchen wir heute eigentlich noch Beichte oder ist das ein verstaubtes und veraltetes Konzept? Dazu hatten wir auch Referenten aus unterschiedlichen Kreisen eingeladen, etwa Pfarrer Sautter, der uns einen Einblick in Gemeindearbeit in einer multi-kulturellen Gemeinde gegeben hat oder Karl-Heinz Schmalenbach, der sein Erfahrungen als Missionar in Mexico geteilt hat.
Die Marburger Tagung stand unter dem selben Thema und so konnten eine Gruppe an Bewohner das Thema dort Inhaltlich weiterdenken.

Immer wieder haben wir gemerkt, wir sind als Christen zwar Teil dieser Welt, aber eben auch nicht ganz. Wir gehören in ein anderes Reich, ein Reich, in dem alles neu ist, ein Reich, in dem Kultur nichts menschengemachtes ist, sondern sich nur am Lobpreis und der Verherrlichung Gottes ausrichtet. Diese Perspektive lässt uns das Hier und Jetzt in einem anderen Licht betrachten. Und wir haben gemerkt und dürfen darauf vertrauen, dass der Heilige Geist uns in dieser Situation führt und leitet, uns den Blick auf unseren Nächsten aber auch auf die Ewigkeit lenkt und uns so in das richtige Verhältnis zwischen „Es wird sein“ und „Es ist schon da“ stellt.