Der Namensgeber: Philipp-Jakob Spener

SpenerWill man solche tüchtigen Personen zum Kirchendienst heranziehen, so muß man sie auch haben und daher auf den schulen und Universitäten erziehen. Ach Gott gebe gnädig, daß alles, was hier notwendig ist, auf den Universitäten von den Theologieprofessoren fleißig geachtet werde. Das akademische Leben sollte so gebessert werden, daß die Akademien, wie es recht und billig ist, auch als rechte Pflanzgärten der Kirche in allen Ständen und Werkstätten des Heiligen Geistes erkannt werden.”

Diese Gedanken stammen aus der Feder von Philipp Jakob Spener (1635-1705), der 1675 Bilanz zog und seine ‘pia desideria’ (fromme Wünsche) u.a. mit obigen Worten vortrug. Ihm war klar, dass es einen neuen Aufbruch in einer geistlich weitgehend toten Kirche nur geben könne, wenn ihr Prediger geschenkt würden, die aus einem ungebrochenen persönlichen Verhältnis zu ihrem Herrn heraus das Wort Gottes in Vollmacht verkündigen.

Spener war von einer großen Liebe zu seiner Kirche ergriffen. Da er ein Mann der Tat war, blieb es nicht bei frommen Wünschen. Gott hat durch die Bewegung des Pietismus, deren Bahnbrecher der Frankfurter Pfarrer Spener geworden war, neues geistliches Leben geschenkt.

Spener wusste: Da der Glaube aus der Predigt und die Predigt aus dem Wort Gottes kommt (Röm 10,17), ist die Ausbildung der Pfarrer entscheidend für die Zukunft der Kirche. Darum muss besonders für die Professoren und Studenten der Theologie gebetet und auch etwas für sie getan werden. Nur solange die glaubende Gemeinde am Leben der theologischen Fakultäten teilnimmt, ereignen sich immer wieder Aufbrüche in der Kirche, die ihre Ursprünge in der Universität haben.