(Ehemalige) Bewohner

Unsere Bewohner sind Studentinnen und Studenten, die aktive Mitglieder einer christlichen Kirche und interessiert an christlicher Lebensgemeinschaft und Theologie in Theorie und Praxis sind. Evangelische TheologiestudentInnen der EKHN, EKiR und EKiP und StudentInnen der Religionspädagogik gehören zu unserer Kernzielgruppe. Bei freien Plätzen nehmen wir auch theologisch interessierte fachfremde christliche Studierende auf.

Ehemalige Bewohner(innen) sind von hoher Bedeutung für unsere heutige Arbeit. Sie sind nicht bloß Geschichte. Denn alle zusammen teilen den Schatz unsrer Geschichte und den Reichtum der WG-Erfahrungen. Manche davon wohnen und studieren noch in Mainz und bereichern unsere Abende, z.B. Nora Mundt (Studentin für Englisch und Religion auf Lehramt). Sie sagt dazu:

„Als ich im Spenerhaus gewohnt habe, fing mein Studium gerade an. Ich war froh und hab es sehr geschätzt mit anderen Theologiestudenten zusammen zu wohnen, die schon mehr Semester hinter sich hatten. Mir gefiel die offene und lockere Atmosphäre: sei es beim Abendessen, an Sonntagnachmittagen oder einfach im WG-Alltag. Besonders interessant war die Mischung der Leute, die aus allen Ecken Deutschlands kamen. Dadurch war es bunt an Dialekten und Gewohnheiten. Sehr geschätzt habe ich auch die Einblicke, die ich durch Gemeindeeinsätze in verschiedene Gemeinden bekommen konnte.“

Auch externe Theologiestudierende können an unserem Programm teilnehmen, einer von ihnen ist Dennis Kenneweg:

„Die akademische Herangehensweise an das Thema „Glauben“ hat an der Universität ihren wohlbegründeten Platz. Doch bei all dem kann leicht in Vergessenheit geraten, dass „Glauben“ nicht auf einer intellektuellen Rechtfertigung einer bestimmten Wahrheit beruht. „Glauben“ heißt, eine Wahrheit im Leben zu fühlen. Im Spenerhaus fühle ich diesen Glauben. Ich studiere im fünften Semester Theologie und bin gegen Anfang meines Studiums auf das Spenerhaus gestoßen. Mittlerweile ist es ein fester Bestandteil meines Studentenlebens. Die Gemeinschaft dort hat mich schwer beeindruckt: Denn das Nachdenken über den Glauben und das Leben im Glauben werden hier ganz selbstverständlich als ein und dasselbe gesehen. Ob in den Diskussionen am Spenerabend oder beim gemeinsamen Grillen, hier herrscht immer eine Atmosphäre der Offenheit und Herzlichkeit, die im Arbeitsumfeld oft fehlt, dabei doch aber Menschen so nötig ist! Ich bin dankbar, dass für mich „Studium“ auch für solche Erfahrungen steht.

Nicht alle Bewohner studieren auch Theologie. Warum das Wohnen im Spenerhaus trotzdem ein Segen ist, kann uns Nele Oswald erzählen:

„Seit drei Semestern wohne ich inzwischen im Spenerhaus und habe noch immer nicht die Nase voll davon. Ich bin Nele, 20 Jahre und studiere Gymnasiallehramt in den Fächern Mathematik und Spanisch. Die Gemeinschaft, die wir hier im Spenerhaus erfahren dürfen ist unglaublich wertvoll, im täglichen Leben genauso sehr wie in unserer wöchentlichen Andacht und dem Spenerabend. Zwar bin ich keine Theologiestudentin, doch ich kann mir nichts schöneres vorstellen, als Tag für Tag Gott näher kennenzulernen und immer wieder zu scheitern. Das klingt jetzt vielleicht etwas pessimistisch, aber ganz im Gegenteil: Ich liebe es, immer wieder zu merken, dass ich Gott nie ganz verstehen kann, denn so kann ich ihn nur immer wieder mehr erleben und erforschen. Und das kann ich hier im Spenerhaus: Gott erleben und kennenlernen, so vor ihn kommen, wie ich bin.“

Einige Pfarrer, die wir heute im Rahmen unserer Gemeindeeinsätze besuchen, haben früher im Spenerhaus gewohnt. Sie ermöglichen uns damit weiterhin den Praxisbezug und lassen uns bereichert nach Hause fahren, ob um eine Anekdote aus früheren Zeiten  oder anderes. Viele lesen mit Interesse weiterhin den Freundesbrief und freuen sich, regelmäßig aktuelle Informationen zu erhalten. Dazu gehört z.B. auch Pfarrer Dr. Friedlhelm Ackva (Dillenburg):

Friedhelm Ackva

„Die Zeit vor 30 Jahren in der ersten Spener-Wohnung in der Kaiserstraße war eine sehr intensive. Zusammenleben, -arbeiten und -beten haben mich für meinen ganzen Pfarrdienst geprägt. Einige Freundschaften bestehen bis heute. Die Abende in unserer kleinen Bibliothek sind für mich unvergesslich. Wir haben damals vor allem um hermeneutische Fragen gestritten. Diese sind heute in den Hintergrund getreten, wiewohl sie tatsächlich Grundlagen-Fragen sind, auch für den heutigen Kurs der Kirche in Fragen der Ethik. Seinen Weg zu finden zwischen der Bibel als einfachem und zeitgebundenem „Dokument der Kulturgeschichte“, wie es kürzlich in unserer Evangelischen Sonntagszeitung zu lesen war, und dem inspirierten und verbindlichen Wort Gottes, das ist für jeden Christen und für Leute im Pfarramt die tägliche Herausforderung. Weil sich die heutigen Studierenden dieser Herausforderung auch stellen müssen, unterstütze ich die Arbeit des Spenerhauses bis heute. Ich freue mich, dass es noch nach so vielen Jahren seinen Stand in Mainz hat und auch durch die räumlichen Veränderungen wieder mitten in der Stadt zu finden ist.“

In  den vergangenen 30 Jahren haben ca. 150 Menschen bei uns gewohnt. Die Verbindung zu ihnen wollen wir nicht missen, sondern ausbauen. Wer also Ehemalige kennt, die den Kontakt zu uns verloren haben, darf sie gerne wieder mit uns in Verbindung bringen. In der Mainzer Neustadt z.B. wohnt man gelegentlich nur einige Straßen voneinander entfernt und weiß es nicht.

Hier gibt es noch mehr kleine Statements von Bewohnern und Freunden was das Spenerhaus für uns bedeutet.